Auf leicht unscharfen Schwarz-Weiß-Bildern rauschen betagte Vorkriegs-Autos und -Motorräder auf öffentlichen Straßen durch die Region. Es ist der 16. Oktober 1949 und „Fuchsjagd“. Eine Sportfahrt – mit schon damals ordentlich Rennaction. Den Film zeigt Detlef Störig auf der Feier zum 100-Jährigen Bestehen des Hildesheimer Automobil-Club e.V. im ADAC, kurz HAC.


Gegründet wurde der Club bereits 1924, in das Vereinsregister eingetragen dann am 19. Dezember 1925. Unter den Gründungsmitgliedern waren Hildesheimer Geschäftsleute, deren Namen auch heute noch vielen ein Begriff sind: Marheineke, Schirmer und Dost. Und die schon damals, als es noch kaum Autos gab, den HAC als reinen Motorsportclub ansahen, dessen Mitglieder sich dem Sport und dem Wettbewerb mit gleichgesinnten Automobilisten verbunden fühlten.

Bereits kurz nach der Gründung wurde beispielsweise das Motorrad- und Wagen-Straßen-Rennen „Rund um den Steinberg“ veranstaltet. Die Strecke über Ochtersum, Waldquelle, Neuhof und Heidekrug wurde von der zeitgenössischen Berichterstattung als „kleiner Nürburgring“ bezeichnet. Am Start so illustre Namen wie Fritz und Hans von Opel, sowie Lokalprominenz wie Kurt Schirmer auf einem Wanderer-Motorrad und Willi Dost auf NSU. Heutzutage unvorstellbar: auch diese Rennen fanden auf öffentlichen Straßen statt.

Nach dem Krieg hatte der Verein bereits wieder 108 Mitglieder – und konnte zahlreiche Sportveranstaltungen durchführen. In den 50er und 60er Jahren bekannt war die Rallye „Silberne Rose von Hildesheim“, damals mit aktuellen Fahrzeugen bestritten und mit hohem sportlichen Wert in ganz Deutschland. In den 70er und 80er Jahren machte die „222 Minuten“-Rallye mit über 130 Teilnehmern Schlagzeilen und im Laufe der Jahre bereicherten diverse Slalom-, Kartsport- und Rallye-Veranstaltungen das Clubleben.

Dies alles berichtet Jürgen Glaubitz auf der Jubiläumsfeier in der Villa dell Angelo in Himmelsthür Mitte März und betont: „In diesen 100 Jahren haben wir mit dem HAC viele gute Motorsportler hervorgebracht“. Glaubitz, seit 1997 Präsident des Clubs auf Lebenszeit (sein Vorgänger, Ernst Gehrkens führte den HAC von 1967 – 1997), schloss seine Rede mit dem alten Club-Schlachtruf „Töff-Töff – Hurra!“

Nach Grußworten von ADAC-Regionalclub-Vorstandsmitglied Bernward Franzky, der versprach, dass der ADAC den Motorsport auch weiterhin unterstützen wird, und von Dirk Conrads, bis vor Kurzem Vorsitzender des Verwaltungsrates des HAC (diese Stelle hat jetzt Florian Ulbricht übernommen) feierten die 140 Gäste in geselliger Runde.

Es gab einen Zauberer, einen Elvis-Imitator – und viele Gelegenheiten, das Clubleben Revue passieren zu lassen. Aktive Motorsportler und die vielen ehrenamtlichen Helfer bei den Veranstaltungen teilen ihre Leidenschaft für den Motorsport, sprechen über Track-Days in Oschersleben, Nachtorientierungsfahrten, Autos aller Art und bevorstehende Veranstaltungen, wie die „Silberne Rose“. Die wird seit 2012 als Oldtimer-Rallye gefahren und erfreut sich großer Beliebtheit: bereits kurz nach der Ausschreibung war sie mit 120 Teilnehmern ausgebucht!

Und so rauschen Ende April wieder betagte Autos auf öffentlichen Straßen durch die Region – allerdings nicht im Renntempo, sondern ganz gesittet als Orientierungsfahrt und unter Einhaltung der Straßenverkehrsregeln.
Infos zum HAC unter www.hildesheimer-ac.de

