(r) „Also, ich finde, das sind Mutige, die sich trauen, hier ohne Erfahrung so runter zu fahren. Es ist schon beeindruckend, wie schnell einige Starter sind.“
Karl-Heinz Plünnecke, der als Veranstaltungsleiter auch die Moderation des 1. Bettrumer Seifenkistenrennens übernahm, war begeistert. Am letzten August-Wochenende stürzten sich tollkühne Mädchen und Jungen in ihren selbstgebauten Seifenkisten die Kirchstraße in Bettrum hinab – und das ganze Dorf war auf den Beinen, um bei dem Spektakel dabei zu sein. Insgesamt 32 Piloten rollten von der Startrampe – einige in Seifenkisten, die vom Hildesheimer Automobilclub e.V. im ADAC zur Verfügung gestellt wurden und andere in abgefahrenen Eigenbauten, vom umgebauten Kinderwagen bis zum Formel-Renner.

Viele Teams starteten unter klangvollen Namen wie „Die wilde 13“, „Roadrunner“, „Jungadler“ oder einfach nur „Jochen“, der mit seiner Seifenkiste auch den Preis für den besten Eigenbau erhielt. Ein Blickfang war auch ein Formel-Renner, eingesetzt vom SV-Bettrum, der zusammen mit dem Hildesheimer Automobilclub der Ausrichter des Events war. Er wurde von gleich vier Startern auf die Strecke gebracht und fuhr hervorragende Zeiten auf der 300 Meter langen Piste. Zwischen 39 Sekunden und eineinhalb Minuten brauchten die Seifenkisten auf der abschüssigen Kirchstraße bis ins Ziel. Nicht jedes Gefährt schaffte das. Manchmal versagte die Technik.

Die Idee zum rennen hatte Karl-Heinz Plünnecke, der nicht nur Mitglied im SV-Bettrum ist, sondern auch im Hildesheimer AC – und so professionelles Equipment aus dem Rennsport, wie die Pylonen, Streckenbegrenzungen und die elektronische Zeitnahme zur Verfügung stellen konnte.

“Das Seifenkistenrennen soll das Dorfleben aktivieren und wird als gemeinsames Fest gefeiert”, sagt Karl-Heinz Plünnecke. Und der Plan schien zu gelingen. Alle Vereine, vom Sportverein bis zur Freiwilligen Feuerwehr, die die Streckensicherung übernommen hatte und viele weitere freiwillige Helfer waren beteiligt. Die Junggesellen und die Bettrumer Mädels sorgten für Getränke und Verpflegung. Die Johanniter Unfallhilfe stand für Notfälle bereit.

Alle Teilnehmer waren einer Meinung, dass das Seifenkistenrennen im nächsten Jahr wieder stattfinden muss und viele machen sich schon heute Gedanken darüber, mit welchen ausgefallenen Fahrzeugen sie dann an den Start gehen wollen.



Fotos: Veranstalter / Privat