Jetzt bloß den richtigen Bremspunkt finden vor der Links-Rechts-Kombination nach der langen Start-Ziel-Geraden! Aus 160 km/h kurventauglich runterbremsen und dann – schwankend – durchs Geschlängel. Nein, der Familien-SUV ist nicht das perfekte Auto für eine Rennstrecke. Der 280 PS Benziner mit Allrad ist gut motorisiert für den Alltag, aber aufgrund seines hohen Schwerpunkts und des Gewichtes von gut 1,8 Tonnen ist der Alfa Romeo Stelvio – gerade in den Kurven – eher Hindernis als ernst zu nehmender Rennwagen. Das sieht auch der Fahrer des Toyota MR 2 hinter uns so. Kann ich ihn auf der Geraden noch in Schach halten, wieselt er in der Kurvenkombi im Nu an uns vorbei.


Wir – der Reporter und Sohn Max – sind unterwegs auf der Rennstrecke in Oschersleben, auf Einladung des Hildesheimer Automobilclub e.V. im ADAC. Der hatte den Rundkurs samt vier Boxen in der Motorsport Arena exklusiv für seine Mitglieder gemietet, für das alljährliche (seit 2018 veranstaltete) Fahrertraining.

Etwa 38 Mitglieder fanden sich dafür Anfang August in der Motorsport Arena ein. Mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen: Von veritablen Rennwagen, wie den beiden Porsche von Gerd Stahl und MePoRes-Chef Florian Ulbricht, über für den Rundkurs modifizierte Modelle bis hin zu normalen Alltagsautos mit mehr oder weniger Leistung unter der Haube. Einige kamen im Trailer, die meisten auf eigener Achse.


Ein Heidenspaß
Nach der Fahrerbesprechung mit Infos durch Frank Hohmann und einigen Einführungsrunden hinter Homanns GTI – zum Kennenlernen der Strecke – ging es in zwei Startgruppen im Renntempo ums Rund. Für den Autor und seinen Beifahrer das erste Mal überhaupt auf einer richtigen Rennstrecke. Vollgas auf der Geraden, leicht über die Kurbs in den Kurven, versuchen, den Mitfahrern auf der Ideallinie zu folgen (wenn auch meist vergebens) – das ist überraschend anstrengend, macht aber einen Heidenspaß (auch mit schwankendem SUV)!


So geht es richtig
Und wie es richtig geht, darf Max dann nach dem Mittag erleben: festgezurrt mit Renngurten im Schalensitz neben Florian Ulbricht in seinem stark modifizierten Zebra-Porsche 997 GT3 Supercup. Ein Tracktool der Extraklasse mit einem famosen Leistungsgewicht von etwa 2 Kilo pro PS (ca. 553 PS bei ca. 1100 Kilo Gewicht). Mit einem leichten Drift beschleunigt Ulbricht den Porsche aus der Boxengasse, rast mit einer grandiosen Soundkulisse über die Bahn, brettert über die Curbs, meistert die Kurvenkombinationen auf der Ideallinie mit minimalem Lenkeinschlag und bremst erst extrem knapp vor den Kurven. Und animiert Max nach ein paar Runden damit zum größten Begeisterungsausbruch eines 14 -Jährigen: ein mit leuchtenden Augen vorgetragenes „Das war cool!“
Impressionen vom HAC Track-Day 2026:








Bericht + Fotos: Thomas Schroedel

