20. September, 2026

IAA Transportation 2026: Die Highlights

„We Deliver“ – „Wir liefern“ – so das Motto der diesjährigen IAA Transportation. Mit 1.589 Ausstellern aus 46 Ländern verzeichnet die diesjährige Nutzfahrzeug-Messe einen neuen Höchststand bei der internationalen Beteiligung. Im Fokus stehen zentrale Zukunftsthemen der Branche. Dazu zählen insbesondere alternative Antriebstechnologien wie Elektrifizierung und Wasserstoff, autonomes Fahren, Software Defined Vehicles und künstliche Intelligenz. Mit mehr als 150 Weltpremieren in diesem Bereich zeigen die Aussteller, dass die Industrie geliefert hat. „Die Produkte für die klimaneutrale Mobilität stehen bereit und sind einsatzfähig. Wir haben mit Investitionen und Innovationen die gesamte Bandbreite an technologischen Möglichkeiten entwickelt“, so VDA-Präsidentin Hildegard Müller bei der Eröffnung.

Wir waren auf dem Messegelände in Laatzen unterwegs und zeigen, was die Hersteller an Highlights abgeliefert haben.

Die Highlights der IAA Transportation 2026:

Mit der Actros „130 Years Trucks Edition” zeigte Mercedes-Benz ein besonderes Jubiläumsmodell, das Tradition, Innovation und Exklusivität vereinen soll. Das einzigartige Design greift ikonische Details aus der 130-jährigen Lkw-Geschichte auf. Ein Highlight: Die kunstvolle Seitenfolierung mit einer Hommage an Gottlieb Daimler und Carl Benz. Der Truck ist auf 400 Stück limitiert und mit rund 30 exklusiven Ausstattungsumfängen erhältlich. Für alle, die nicht nur fahren, sondern Teil einer Geschichte sein wollen – wie das historische LKW-Modell in der Mitte: der Daimler Motor-Lastwagen von 1896, mit 4 PS, 1,5 Tonnen Nutzlast und 12 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Jules Verne 2.0: In 80 Ladestops um die Welt.

Die Wall Of Caps zeigt eine Zeitreise durch 130 Jahre Mercedes-Benz Lastwagengeschichte in einer eindrucksvollen Sammlung von Trucker-Caps.

Grünzeug: Renault Trucks zeigte den E-Tech D14T. Dieses besonders kompakte Fahrzeug ist für den Stadtverkehr vorgesehen. Als neuestes Elektro-Modell für den Verteilerverkehr soll es die Schwierigkeiten hinsichtlich Zugang und Manöver in der Innenstadt bewältigen. Mit seiner geringen Breite und einem Wenderadius von weniger als 7,3 m gehört es zu den wendigsten Elektro-Lkw seiner Kategorie.

Skyworth Auto, die Mobilitätssparte des chinesischen Tech- und LED-Screen-Konzerns, zeigte mit dem „Urban Elf“ einen Bus, der für autonomes Fahren nach Level 4 entwickelt wurde.

Können nicht nur PKW: BYD zeigte auf der IAA mit dem E-Vali die Weltpremiere eines leichten Nutzfahrzeugs mit reinem Elektroantrieb, das speziell für den europäischen Markt entwickelt wurde und sich besonders für die Anforderungen von Last-Mile- und Paketdiensten eignen soll.

Der Trailer-Hersteller Kässbohrer zeigte, wie die PKW zu den Autohäusern kommen.

Sieht aus wie eine Ape, heißt aber TRIS. Die Italiener von Fiat reaktivieren das Konzept ihrer Landsleute von Piaggio: Einen – in diesem Fall elektrischen – Kleinsttransporter, der sich aufgrund seiner kompakten Länge von 3,17 Metern und einem kleinen Wendekreis besonders für schmale Altstadtstraßen und dicht bebaute Gewerbeviertel eignen soll. Der TRIS realisiert eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern und eine Nutzlast von 430 Kilogramm. Der Kofferaufbau nimmt zwei Europaletten auf.

Auf den ersten Blick als Opel erkennbar: der Nutzfahrzeug-Bestseller Vivaro präsentierte sich im frischen Design mit Markengesicht Opel Vizor, mit bis zu 18 Assistenzsystemen, digitalem Cockpit, topmoderner Konnektivität, als Vivaro Electric mit bis zu 352 Kilometer lokal emissionsfreier Reichweite – und mit genug Platz für eine (Kleinst-)Wagen auf der Ladefläche.

Immer mehr Hersteller bieten autonome Lieferfahrzeuge an. Neolix AI vermietet solche selbstfahrenden Kleinstlieferwagen, kümmert sich dabei um die Überwachung der Tour und den Service.

Der neue Smart Compact Van des C-Segments wurde im Juni virtuell vorgestellt und feierte nun in Hannover seine Live-Premiere. Er wird von allen Stellantis Pro One Marken unter verschiedenen Modellbezeichnungen angeboten: bei Citroën als Berlingo Kastenwagen First (auf dem Bild zu sehen), bei FIAT als Doblò EasyPro, bei Opel als Combo Start und bei Peugeot als Partner Active. Der Smart Compact Van wird mit einer großen Auswahl an Antriebsoptionen angeboten: einem neuen Elektroantrieb mit einer Reichweite von bis zu 270 km, drei Verbrennungsmotoren (zwei Diesel- und ein Benzinmotor) sowie einem neuen Mild-Hybrid-System, das ab 2027 erhältlich sein wird.

Mit dem neuen elektrischen VLE hat Mercedes-Benz in diesem Jahr eine neue Ära eingeläutet. Die Grand Limousine soll die Agilität und den Fahrkomfort einer Mercedes‑Benz Limousine mit der Geräumigkeit und Vielseitigkeit eines MPV (Multi Purpose Vehicle) vereinen. Dank einer Reichweite von mehr als 700 Kilometern, 800‑Volt-Technologie und ultraschnellem Laden soll der VLE die ideale Lösung für jede Fahrt sein. Und jetzt auch für den professionellen Einsatz als Shuttle-Fahrzeug. Als Achtsitzer-Variante mit mechanisch verstellbaren Komfortsitzbänken, zwei serienmäßigen elektrischen Schiebetüren, einer Vier-Zonen-Klimatisierung und mehr präsentiere er sich so auf der IAA in Hannover.

Mit der expressiven Skulptur „THE BOuLDER“ gibt Mercedes‑Benz Vans auf der Messe einen imposanten Ausblick auf die kommende Generation seiner gewerblichen Vans. Die 6,50 Meter lange, 2,75 Meter hohe und 2,50 Meter breite Plastik in Steinoptik deutet an, wie das Unternehmen den Transporter abermals neu erfindet.

Kia hat auf der IAA Transportation den PV7 vorgestellt. Mit diesem zweiten Modell der „Platform Beyond Vehicle (PBV)“-Strategie der Marke baut Kia sein Angebot im Segment der elektrischen leichten Nutzfahrzeuge (eLCV) weiter aus. Der PV7 wird als Cargo- und Passenger-Variante erhältlich sein und soll elektrische Leistungsfähigkeit mit einem flexiblen Innenraum, hoher Ladekapazität, niedriger Ladekantenhöhe und vernetzten Technologien verbinden.

„Kunst trifft Performance“: Ein Mercedes-Benz Actros Art Edition, gestaltet vom Künstler Sven Liesey.

Toyota hebt den Hilux auf ein neues Niveau: Mit der neunten Generation des legendären Pick-ups präsentiert der Automobilhersteller ein umfassend weiterentwickeltes Modell, das technologisch und konzeptionell neue Maßstäbe setzen soll. Der neue Hilux kombiniert die bekannten Kernwerte Qualität, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit mit einer erweiterten Antriebsvielfalt und einem deutlich gesteigerten Komfort- und Digitalisierungsniveau. Zum Marktstart umfasst das Angebot den Hilux BEV als erstes vollelektrisches Modell der Baureihe sowie den Hilux 48V-Mildhybrid mit 2,8l-Dieselmotor.

Hingucker: Ford Ranger MS-RT von Ford Pro, mit Spoilern und Verbreiterungen und auffälliger Werbebemalung sowie einem potenten Plug-in-Hybrid (281 PS, 697 Nm Drehmoment) unter der Haube.

Der Nachfolger des glücklosen Streetscooters der Post? Der ebenfalls elektrische eDeliver 5 des chinesischen Nutzfahrzeugherstellers Maxus mit 120 kW Leistung und bis zu 319 Km Reichweite (in der Stadt).

Mining Kipper für den harten Einsatz: MAN TGS 60.540 mit 540 PS und 2.650 Nm maximalem Drehmoment.

Premiere auf der IAA Transportation: Der neue Renault Trafic E-Tech elektrisch. Er ist das erste Modell einer neuen Fahrzeuggeneration: Als individuell anpassbarer und skalierbarer „Software-Defined Van“ soll er die Gesamtbetriebskosten senken, die elektrische Effizienz steigern und die Arbeitsbedingungen verbessern. Dafür bietet der Trafic E-Tech elektrisch Technologien und Ausstattungsmerkmale, die es auf dem europäischen Markt für leichte Nutzfahrzeuge bisher noch nicht gab: eine Reichweite von bis zu 470 Kilometern (vorbehaltlich der Homologation), eine 800-V-Elektroarchitektur für schnelleres Laden und einen Wendekreis, der dem eines Renault Clio entspricht (10,3 Meter). Das honorierte auf der IAA dann auch eine 26-köpfige Fachjury, die das neue vollelektrische leichte Nutzfahrzeug von Renault zum Transporter des Jahres („Van of the Year 2027“) gekürt hat.

Auch Lösungen für den Transport auf der sogenannten letzten Meile wurden auf der IAA präsentiert, vom Cargobike bis zum wendigen Mini-Laster.

Nissan präsentierte in Hannover seine vielfältigen Um- und Aufbaulösungen für die unterschiedlichsten Branchen auf Basis seiner leichten Nutzfahrzeuge. Der Schwerpunkt liegt auf den vollelektrischen Modellen Nissan Townstar EV und Interstar-e sowie auf einer Vielzahl praxisorientierter Auf- und Umbauten, die gemeinsam mit renommierten Partnern realisiert wurden.

In Hannover zeigte Volkswagen den erst kürzlich überarbeiteten Caddy, mit größerem zentralen Display mit verbesserter Bedienbarkeit und einem digitalen Cockpit in allen Modellvarianten. Zudem wurde die Fahrzeugfront erneuert und es gibt neue Außenfarben, Räder sowie Sitzbezüge und Dekore im Innenraum. Mit ihren zahlreichen Varianten – darunter Cargo, Pkw, jeweils mit normalem oder langem Radstand (Maxi), Basis-Version, Edition oder California, als Life oder Style sowie als Caddy Flexible oder mit Sonderumbauten – ist diese Modellreihe wahlweise als Benziner, Diesel oder als eHybrid zu bekommen. 

Mit der ID. Buzz-Zukunftsstudie „Autonomous Delivery“ zeigte VW-Nutzfahrzeuge, wie autonome Technologie künftig neue Mobilitäts- und Transportangebote ermöglichen kann. Die Studie steht beispielhaft für den Anspruch der Marke, als B2B-Mobilitätsanbieter vernetzte, elektrische und autonome Lösungen für professionelle Kunden zu entwickeln.

Die neue Elektro-Lkw-Baureihe von Volvo Trucks wurde zum International Truck of the Year 2027 gewählt. Die neue Generation, die die Modellfamilien FH, FM, FMX und FH Aero Electric umfasst, überzeugte die 24-köpfige Jury durch ihre Kombination aus größerer Reichweite, einem breiten Einsatzspektrum, hoher Energieeffizienz und betrieblicher Flexibilität. Der Volvo FH Aero Electric beispielsweise kann mit einer einzigen Ladung bis zu 700 km zurücklegen.

„The Future of Transportation“ konnte man auch selber erfahren – bei den IAA Test Drives standen zahlreiche neue Modelle zur Probefahrt bereit, darunter auch der Tesla Semi E-Truck.

Highlights für Freunde von altem Blech:

Auf dem Freigelände erfreute ein Sammlung von Oldtimer-LKW und Bussen die Besucher mit ihrem nostalgischen Flair.

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